Besondere Pflege bei Demenz

Ein geschützter Wohnbereich nach dem Hamburger BestDem Modell

Das Haus Hammer Landstraße verfügt über einen eigenen geschützten Wohnbereich für dementiell erkrankte Bewohner. Diesen Wohnbereich organisieren wir nach dem Hamburger Modell BestDem (Besondere stationäre Betreuung von Menschen mit Demenz und herausfordernden Verhaltensweisen). Der Wohnbereich umfasst 18 Einzelzimmer. Selbstverständlich sind auch unsere Mitarbeiter der übrigen Wohnbereiche im Umgang mit dementiell Erkrankten geschult, so dass eine Betreuung und Versorgung auch hier stattfinden kann.

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Die Betreuung der Bewohner unseres geschützten Wohnbereiches erfolgt rund um die Uhr. Hier passen sich die Tagesabläufe an die Bewohner an. Ziel des eigenen und geschützten Bereiches ist es, Stress bedingt durch beispielweise Orientierungslosigkeit zu minimieren. Unser fest auf dem Wohnbereich tätiges Team führt regelmäßige Fallbesprechungen durch, bei Bedarf auch mit einem Neurologen. So stellen wir sicher, dass jeder Bewohner jederzeit bestmöglich betreut und versorgt wird.

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Ausbildung unserer Pflegekräfte

Dieser spezielle Wohnbereich wird von einer Fachkraft mit einer Berufserfahrung von mindestens drei Jahren geleitet. Wir setzen mindestens ein Jahr Erfahrung, die Anerkennung als Fachpflegekraft in der Gerontopsychiatrischen Pflege mit 400 Unterrichtsstunden und die Weiterbildung zur Verantwortlichen Pflegefachkraft mit 500 Unterrichtsstunden voraus. Unsere weiteren Mitarbeiter sind im Umgang mit dementiell Erkrankten geschult und besuchen regelmäßig Fortbildungen zum Thema Demenz. Unabhängig vom Pflegegrad der Bewohner ist unser BestDem Wohnbereich mit zusätzlichem Personal ausgestattet, um dem besonderen und intensiven Betreuungsaufwand dementiell erkrankter Menschen gerecht zu werden.

Bezugspflegesystem

Um bewohnerorientiert und ganzheitlich pflegen und betreuen zu können, setzen wir das Bezugspflegesystem um. Jeder Bewohner hat eine Pflegekraft als feste Bezugsperson. Diese ist für seine gesamte Pflegeplanung und Pflegedokumentation verantwortlich, kommuniziert mit allen am Pflegeprozess Beteiligten wie beispielsweise den Ergotherapeuten und Ärzten und fungiert als Ansprechpartner für die Angehörigen. Bei Abwesenheit der Bezugspflegekraft übernimmt eine andere Pflegekraft deren Aufgaben. Durch diesen engen Kontakt zwischen Pflegekraft und Bewohner stellen wir sicher, dass einerseits wir über die Bedarfe, Wünsche und Vorlieben jedes einzelnen Bewohners informiert sind. Andererseits soll dieser direkte und enge Kontakt unseren Bewohnern Geborgenheit, Sicherheit  und Wohlbefinden geben.

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Wir freuen uns auch über Angehörige, die sich aktiv an der Pflegeplanung beteiligen. Von ihnen erhalten wir oftmals wichtige Informationen zu Vorlieben oder Abneigungen, zur bisherigen Pflegesituationen, zur Anamnese und der weiteren Biographie. Unsere Bezugspflegeteams planen und gestalten die Pflege in enger Zusammenarbeit mit den Ergotherapeuten und Alltagsbegleitern unserer sozialen Betreuung. Dieser fachrichtungsübergreifenden Organisation messen wir eine große Bedeutung bei.

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Gestaltung des Wohnbereiches

Um unseren Bewohnern Orientierungshilfen zu geben, stellen wir bei der Inneneinrichtung Kontraste her. So sind beispielsweise unsere Waschbecken rot umrandet, um diese sichtbar aus der Wand hervortreten zu lassen. Die Wände haben wir mit Hamburger Sehenswürdigkeiten dekoriert. Zusätzlich hängen dort Gegenstände, die von den Bewohnern angefasst und benutzt werden können. Die L-förmige Architektur des Wohnbereiches bietet Gelegenheit zu wandern. Auf der großen Dachterrasse können unsere Bewohner die Jahreszeiten wahrnehmen und die Sitzmöglichkeiten nutzen. Weitere Sitzmöglichkeiten bieten wir auf den Fluren an. Der große Tagesraum lädt zu gemeinsamen Aktivitäten und zur Teilhabe am Gemeinschaftsleben ein. Auch eine Werkstatt und ein Beauty-Raum können von unseren Bewohnern zur Freizeitgestaltung genutzt werden. Um Schatten oder ein Blenden durch die Beleuchtung zu vermeiden, nutzen wir die von der Alzheimergesellschaft empfohlene Lichtstärke 500 Lux.

Kultur des Wohnbereiches / der Einrichtung

Zur Einrichtungskultur gehören neben der besonderen Offenheit gegenüber den Gewohnheiten unserer Bewohner auch die größtmögliche Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Freiheit und Normalität im Alltag. Es wird kein Handeln unserer Bewohner verurteilt, unterbrochen oder ignoriert. Diese Grundregeln haben wir in unserer Hausordnung festgehalten.

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Um mit unseren Bewohnern und dem Krankheitsbild der Demenz bestmöglich umzugehen, nutzen wir die 10-Minuten-Aktivierung sowie die Validation. Um an vorhandene Erinnerungen anknüpfen zu können, betreiben wir aktiv Erinnerungs- sowie Biographiearbeit. 

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Angehörige

Wenn ein Familienmitglied an Demenz erkrankt und zu uns auf den Wohnbereich zieht, sind die Angehörigen häufig stark gefordert. Es ist schwer die vielen Veränderungen des Familienmitgliedes zu verstehen und zu akzeptieren. Dessen sind wir uns bewusst und bieten daher den Angehörigen unserer Bewohner eine Beratung an. Wir können beispielsweise über die verschiedenen Formen der Demenz oder über den Umgang mit den Erkrankten berichten. Wir freuen uns, wenn sich Angehörige aktiv in die Betreuung einbringen. Dies kann ganz unterschiedlicher Art sein. Der eine hilft gerne beim gemeinsamen Backen, der andere hat Freude daran, mit unseren Bewohner zu singen. Durch die Angehörigenarbeit entsteht ein familiäres Klima, welches unseren Bewohnern zugutekommt. Zu den Veranstaltungen und Festen auf unserem Wohnbereich sind Angehörige immer herzlich willkommen.

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In regelmäßigen Abständen oder bei Bedarf finden Fallbesprechungen statt. Auch hier beziehen wir die Angehörigen des jeweiligen Bewohners gern mit ein. 

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Voraussetzungen für eine Aufnahme

Voraussetzung für eine Aufnahme in unseren BestDem Wohnbereich ist mindestens der Pflegegrad 2. Zusätzlich muss die Demenz von einem Neurologen bestätigt worden und die Erkrankung nicht therapeutisch beeinflussbar sein. Weiter sollte ein Screening-Verfahren zur Feststellung kognitiver Defizite (Mini-Mental-State) durchgeführt worden sein und ein Ergebnis von weniger als 18 Punkten aufweisen. Herausfordernde Verhaltensweisen sollten anhand der Choen-Mansfield-Skala eingestuft worden sein. Vor einem Umzug in unseren Wohnbereich besuchen unsere gerontopsychiatrischen Pflegekräfte potenzielle Bewohner in der Häuslichkeit oder im Krankenhaus. Wichtig für eine Aufnahme ist ein gewisser Grad an Mobilität, damit unsere Bewohner an Gruppenaktivitäten sowie am Gemeinschaftsleben teilnehmen können.

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Selbstverständlich ist bei fortschreitender Erkrankung auch ein Wechsel von einem unserer übrigen Wohnbereiche in unseren geschützten BestDem Wohnbereich möglich. Hierzu erfolgt eine Begutachtung durch unsere gerontopsychiatrischen Pflegekräfte. Diese erfolgt nach den BestDem Richtlinien. Wenn die Aufnahmekriterien erfüllt sind und eine Rücksprache mit den Angehörigen stattfand, kann ein Umzug erfolgen.

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